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Energieeffizienzlabel für „alte“ Heizgeräte

Warum jetzt ein

Energieeffizienzlabel

für Heizungsanlagen,

die älter als 15 Jahre sind?

 
   

Die jähr­liche Austauschrate bei Heizgeräten stagniert bei gut drei Prozent. Die Sanierung des Heizgerätebestands in Deutschland würde bei diesem Tempo zu einem Mehrgenerationenprojekt. Damit es schneller geht, hat die Große Koalition im Nationalen Akti­onsplan Energieeffizienz (NAPE) ein Label für Heizkessel, die 15 Jahre oder älter sind, vorgesehen. Damit sollen Hausbesitzer motiviert werden, in neue Heiztechnik zu investieren. Angestrebt wird eine Steigerung der Aus­tauschrate auf 3,7 % pro Jahr. 

Gesetzliche Grundlage

... ist das Energieverbrauchskennzeichnungsgesetzes kurz EnVKG. Der Anwendungsbereich des Gesetzes betrifft nun auch die Bestandsheizkessel. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) ordnet sie nach den Maßstäben für Neuanlagen in die Effizienzklassen C, D oder E ein. 

Welche Anlagen werden gelabelt?

Beim "Altanlagenlabeling" wird nur der Heizkessel gekennzeichnet. Das Heizge­rät muss mind. 15 Jahre alt sein. Laut Gesetzesentwurf orientiert sich das Label an der Europäischen Energieverbrauchskennzeichnung für neue Heizgeräte. Bis einschließlich 25.09.2019 wird die Skala von G bis A-plus reichen, danach wird sie auf D bis A verändert. 

Wer klebt das Label auf den Heizkessel? 

Die bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger sind ab 2017 verpflichtet, Heizgeräte die noch kein Etikett haben, zu etikettieren. Die zeitliche Vorgabe regelt das Gesetz entsprechend dem Baujahr des Heizkessels.

Wie geht das vonstatten?

Der Schornsteinfeger ermittelt die Effizienzklasse. Basis sind Daten von Heizungsmodellen, die der BDH zusam­mengestellt hat. Anlagen, für die keine Daten mehr zu ermitteln waren, werden über Standardwerte aus EN-Normen klassifi­ziert. Eine Messung an der Anlage ist für das Labeln nicht erforderlich. 

Was kostet das Label?

Der Verbraucher muss die Kennzeich­nung zwar dulden - aber nicht bezahlen! Die Finanzierung läuft über einen Fördertopf des BMWi. Zudem erhält der Verbraucher vom Schornsteinfeger eine Infobroschüre über weiter­gehende Energieberatungsangebote und Investitionszuschüsse. 

Die Verbraucherzentrale bewertet das Label kritisch: 

"Beim Heizsystem ist das Zusammenspiel von Gebäudehülle und Anlagentechnik ausschlaggebend für die optimale Leistung. Das bedeutet, ..., dass eben nicht immer die Anlage mit dem besten Effizienzlabel die optimale Lösung für jedes Gebäude ist; auch wenn manche Hersteller in Ihrer Werbung genau das behaupten. Die bessere Effizienzklasse einer Heizung bedeutet nicht unbedingt auch eine Senkung der Betriebskosten". Rückschlüsse auf die Betriebskosten einer Heizung kann der Verbraucher auf der Basis des Labels nicht treffen. Das Fazit der Verbraucherzentrale: "Mit einem Buchstaben alle Heizungstechniken abzudecken ist nicht praxistauglich. Da die Energielabel aber nun einmal zu finden sind, ist es unerlässlich neutrale Beratung hinzuzuziehen bei der Fragestellung: Welche Heizung ist langfristig die beste für mein Haus, mein Budget, die Umwelt und zu welchen Kosten?"

 

Weitere Infos unter:

http://www.bmwi.de/DE/Themen/Energie/Energieeffizienz/energieeffizienz-heizgeraete.html